Sie kam nach drei Jahren auf mich zu. Mitten in einem Workshop, den ich moderierte. „Monika. Ich muss dir danken."
Ich kannte sie. Ich hatte sie damals nicht eingestellt.
Vor drei Jahren hatte ich ein Vorstellungsgespräch mit ihr geführt. Nach 20 Minuten habe ich es abgebrochen.
Nicht weil sie schlecht war. Sondern weil ich gespürt habe: Sie weiß selbst nicht, was sie hier will.
Ich habe ihr das gesagt. Direkt. Klar. Ohne Weichzeichner. „Ich glaube, du bist gerade nicht sicher, was der nächste Schritt für dich ist. Und das ist okay. Aber ich kann dir diese Stelle deswegen heute nicht anbieten."
Sie war sichtlich überrascht. Ich auch, ehrlich gesagt über meine eigene Klarheit in diesem Moment.
Und jetzt stand sie vor mir und sagte: „Das war ein Wendepunkt für mich. Dieses Gespräch hat mir gezeigt, dass ich nicht klar war und das hat mich dazu gebracht, es zu werden."
Ich habe in meinen Jahren als Führungskraft hunderte Vorstellungsgespräche geführt. Wirklich hunderte. Und ich war nicht immer so klar.
Ich habe auch Fehler gemacht, die kleiner wirkten und länger nachwirkten. Bei einer Einstellung habe ich das Wunschgehalt meiner neuen Mitarbeiterin heruntergehandelt. Ich war stolz darauf. Knapp 200 Euro im Monat. Sie hat mir Jahre später erzählt, was das mit ihr gemacht hat. Ich werde das nicht vergessen. Ich dachte, ich treffe eine sachliche Entscheidung, für sie war es ein persönlicher Moment.
Das ist der Unterschied zwischen Führung denken und Führung leben. Was mir damals gefehlt hat?
Die Fähigkeit, meinem Bauchgefühl zu vertrauen und es trotzdem klar auszusprechen. Ohne die Angst, unbequem zu sein.
Führung heißt nicht, immer die richtige Entscheidung zu treffen. Führung heißt, mit deinen Entscheidungen präsent zu bleiben.
Das lernt man nicht im Zertifikatskurs. Das lernt man, wenn jemand drei Jahre später zurückkommt und sagt: „Das hat mein Leben verändert."
Wenn du gerade in deinen ersten 12 bis 24 Monaten als Führungskraft steckst und das Gefühl kennst: „Ich entscheide, aber ich stehe nicht wirklich hinter meinen Entscheidungen" dann ist das kein Charakterfehler sondern deine Lernkurve.
Ich arbeite mit neuen Führungskräften genau daran: → Wie du lernst, deiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen → Wie du unbequeme Dinge aussprichst und dabei Vertrauen aufbaust, statt es zu zerstören
Nimm Kontakt mit mir auf und lass uns herausfinden wie ich dir weiterhelfen kann.
Welche Entscheidung als Führungskraft hat dich am meisten verändert und warum?